201004Mär

Browser Ballot: Wahl in Deutschland am 17. März

Einige werden den Begriff "Browser Ballot" (Browser-Abstimmung) sicher schon häufiger gehört haben. Dabei handelt es sich um einen Auswahlbildschirm, der per Windows-Update an die Benutzer gesendet wird und darauf hinweist, dass es noch andere Webbrowser neben Internet Explorer gibt. Die Browser-Abstimmung musste von Microsoft auf Drängen der EU-Kommission umgesetzt werden, da die Vorinstallation des Internet Explorers als Manko galt. Die Auslieferung des Update-Pakets, das die Auswahl enthält, erfolgte für Nutzer in Frankreich, Großbritannien und Belgien bereits am 1. März 2010. In Deutschland werden Anwender am 17. März wählen können.
Die eigentliche Abstimmung ist eine Website, die in einem Fenster eingeblendet wird: Auf BrowserChoice.eu lässt sich die Auswahl der Browser begutachten.

BrowserChoice.eu

Interessant sind vor allem die Texte, die sich unter den Browsern befinden — hier durften die Browserhersteller kreativ werden. Ein weiterer Punkt ist die Zufälligkeit der Reihenfolge, in der die Browser angezeigt werden. Der Algorithmus für den Zufall wurde von IBMs ODF-Architekt Rob Weir bemängelt und ist inzwischen durch den Fisher-Yates-Algorithmus korrigiert worden. Dadurch wird ein Array gleichmäßig per Zufall neu sortiert. Für Interessierte:

  • function ArrayShuffle(a) {
  • var d, c, b = a.length;
  • while(b) {
  • c = Math.floor(Math.random() * b);
  • d = a[--b];
  • a[b] = a[c];
  • a[c] = d;
  • }
  • }

Lobenswert bei dem Auswahlbildschirm ist die Berücksichtigung der unabhängigen Webbrowser, die per Scrollbalken ausgewählt werden können.

Kommentare

deos schrieb am 04.03.2010 #1

Diese Aktion ist schon eine gute Sache, ABER
1. Schön dass so viele der kleinen Browser es in die Auswahl geschafft haben, aber fast alle basieren auf Trident, der bei weitem unfähigsten Engine der Welt wie wir wissen…
2. Die Auswahl ist also eine Webseite in einem Fenster… und womit wird die angezeigt? Das rendert doch garantiert der liebe IE ;)
3. Werden die meisten ja eh doch wieder auf den IE-Button klicken… "Das kenn ich, das nimm ich"

Es bleibt nur zu hoffen dass die Leute nun endlich vom IE Abstand nehmen! Aber wie in Punkt 3 geschrieben hab ich da keine große Hoffnung…
Naja, ist immerhin schon mal ein großer Fortschritt wenn die Leute mitkriegen dass es überhaupt Alternativen gibt

Matthias schrieb am 04.03.2010 #2

Ich stimme Deinen Punkten zu. Man könnte auch spekulieren, dass viele Anwender mit dem Google-Logo vertraut sind und sich für Chrome entscheiden. Weiterhin könnten manche Nutzer den Zweck des Auswahlbildschirms hinterfragen und die Informationstexte unter den Logos studieren. Unter diesem Aspekt finde ich den Firefox-Text sehr gelungen.
Wie Du aber schon sagtest, wird sich das Trident-Drama durch das Ballot wahrscheinlich nicht stark verändern ;-)

deos schrieb am 05.03.2010 #3

Oh ja, zumal das größte Problem bezüglich Trident, der berühmt-berüchtigte IE6, durch die Sache in keinster Weise beeinflusst wird… Mit dem dürfen wir uns weiterhin rumschlagen (zumindest bei kommerziellen Seiten, bei privaten ignoriere ich ihn inzwischen)
Wenn es um die Beschreibungen geht muss ich sagen dass die von FF schon nicht übel ist, aber wenn ich Operas "beschleunigen Sie Ihr Internet" und das "Der innovativste Browser der Welt" von Safari lese… Das sind richtige Aufhänger, dagegen sticht die Beschreibung von FF leider kaum ins Auge :/ (auch wenn "übernimmt nicht Ihren Computer" natürlich genial ist xD)
Zum Thema Chrome ist auch noch anzumerken: Wo ist Iron?
http://www.srware.net/software_srware_iron.php
Die "gehackte" Version von Chrome ohne Übermittlung aller Daten an Google fehlt komplett, aber das war eigentlich klar, da wäre Google ja im Kreis gesprungen wenn der aufgenommen worden wäre, wer würde dann schon Chrome nehmen xD