201018Jan

Ext JS 3.0 Cookbook: Eine Rezension

Das JavaScript-Framework Ext JS ist aktuell in Version 3 verfügbar und bietet Webentwicklern umfangreiche Möglichkeiten zur Erstellung von Rich Internet Applications. Im Gegensatz zu der kompakteren Bibliothek "Ext Core", die mit jQuery oder MooTools vergleichbar ist, stellt das Ext JS-Framework viele Widgets und Komponenten zur Verfügung, mit denen sich komplexe Webanwendungen und interaktive Benutzeroberflächen realisieren lassen.

Ext JS 3.0 CookbookUm die Struktur und Funktionsweisen von Ext JS besser verstehen zu können, habe ich mir bei der Entwicklung das Ext JS 3.0 Cookbook zur Hand genommen, auf dessen Inhalt ich in diesem Review eingehen will. Ext JS besitzt viele Funktionalitäten, die oft erst anhand eines anschaulichen Beispiels verdeutlicht werden. In dem Buch finden sich etliche Rezepte und Ideen für dynamische Ext JS-Anwendungen, die durch Erklärungen und Abbildungen aufgewertet wurden.

Jorge Ramon stellt in seinem englischsprachigen Kochbuch 109 fertige Code-Rezepte zur Verfügung, die angefangen bei einfachen DOM-Queries bis hin zu dynamischen Diagrammen alles abdecken. Der Autor will mit seinem Werk eine Sammlung an möglichst vielen allgemeinen Lösungen anbieten, welche die Arbeit mit Ext JS erleichtern können. Dazu gehören unter Anderem Beispiele, die das Layout-Modell, Grid Views, Formulare, Graphen oder Entwurfsmuster (Patterns) demonstrieren und umschreiben.

Auf 376 Seiten sollen Leser einen tieferen Einblick in unterschiedliche Situationen erhalten, die bei der Entwicklung von interaktiven Webanwendungen auftreten können. In dem Cookbook werden wichtige Bereiche der Ext JS-Architektur durch Erläuterungen, Tipps und Screenshots beleuchtet, wodurch Programmierer ein großes Repertoire mit nützlichen Anwendungsbeispielen parat haben.
Das Buch richtet sich an Webentwickler, die mit JavaScript und dem Umgang mit Frameworks vertraut sind. Eine Einführung in Ext JS bietet das Buch nicht, auch wenn zu Beginn einfache Beispiele gezeigt werden. Leser sollten also wissen, wie eine JavaScript-Bibliothek funktioniert und genutzt wird. Die englische Sprache ist Grundvoraussetzung, wobei Jorge Ramon in einem einfachen und verständlichen Englisch schreibt.

Die Erwartung, mit dem Kochbuch eine gute Sammlung an wieder verwendbaren Beispielen zu erhalten, wird insgesamt erfüllt. Der Autor geht sehr direkt auf die unterschiedlichen Aufgabenstellungen ein und erläutert zudem, wie der Code funktioniert — das entspricht ganz dem Charakter eines Kochbuchs, denn der Leser wird nicht mit bloßer Theorie konfrontiert, sondern erhält prägnante Erklärungen und Codeblöcke, die fast durchgängig mit dazugehörigen Abbildungen geschmückt sind.

Ext JS 3.0 Cookbook

Auf einen Farbdruck wurde in dem Buch verzichtet, was jedoch hinsichtlich der selbsterklärenden Screenshots hinnehmbar sein dürfte. Sehr schön finde ich die vereinzelten "There's more"-Ergänzungen, in denen der Autor auf alternative oder erweiterte Funktionsweisen des Frameworks hinweist.

Der wichtigste Teil des Buches, die eigentlichen Codeblöcke, wurden durch intelligente Einrückungen und Hervorhebungen (fett) so formatiert, dass die Übersicht beim Lesen und Studieren des Codes nicht verloren geht. Dennoch gibt es natürlich auch komplexere Beispiele, die sich über mehrere Seiten erstrecken und somit eine höhere Aufmerksamkeit beim Leser erfordern. Der Stil der Ext JS-Codebeispiele ist vorbildlich und klar strukturiert — lediglich an manchen Stellen gibt es unstimmige Einrückungen, die jedoch nicht sonderlich stören.

Die Rezepte können unabhängig voneinander genutzt werden und sind dennoch sinnvoll unterteilt. Ext JS bietet eine Reihe an fertigen Komponenten und Stilmitteln, die in den Beispielen nach Komplexität sortiert sind. Besonders die Layout-API, mit der sich Desktop-ähnliche Anwendungen und Fenster realisieren lassen, wird gut erklärt. Date Picker, Farbwähler, Tabs und andere User Interface-Elemente sind ebenfalls mit ausreichend vielen Beispielen abgedeckt, was sich bei der Recherche nach modernen Bedienelementen auszahlt. Auch die Themengebiete der Grid Panels und Listenansichten sind ansprechend erklärt, wobei man sich an manchen Stellen detailliertere Beschreibungen gewünscht hätte.

Insgesamt finde ich das Buch gelungen, da das Ext JS-Framework einen immensen Reichtum an Funktionen und Komponenten besitzt, die mithilfe eines solchen Buches besser und schneller verstanden werden können. Für Projekte und bestimmte Aufgaben eignet sich das Kochbuch also sehr gut, da sich der benötigte Code direkt nachschlagen lässt. Die Screenshots helfen bei Verständnisproblemen und werden an vielen Stellen durch zusätzliche Texte oder Bildunterschriften ergänzt.
Ein negativer Aspekt stellen kleinere Fehler in den Code-Beispielen dar, die an wenigen Stellen die Lauffähigkeit des Codes beeinträchtigen — aufmerksame Entwickler sollten damit allerdings keine allzu großen Probleme haben, da die fehlenden Zeichen schnell gefunden sind. Etwas schade finde ich auch die zum Teil unstrukturierte Reihenfolge der Argumente (Funktionsparameter) und CSS-Attribute, da hier keinem durchgängigen Stil gefolgt wird.
Das Kochbuch von Packt Publishing gibt also zusammengefasst einen guten Gesamteindruck mit kleineren Mankos ab, die hinsichtlich der Komplexität des Themas eine untergeordnete Rolle spielen dürften. Für den schnellen Zugriff auf die Eigenschaften und Funktionsweisen der Ext JS-Komponenten stellt das Buch eine schöne Sammlung dar, die Entwicklern viel Zeit sparen kann.

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