201223Jun

Ext JS 4 First Look: Eine Rezension

Mit Version 4 der JavaScript-Library Ext JS (jetzt Sencha Ext JS Framework) fand eine komplette Überarbeitung des Frameworks stand, die viele API-Änderungen, ein neues Klassensystem sowie neue Komponenten (wie Charts) enthält. Wer bereits mit Ext JS 3 gearbeitet hat und einen Umstieg auf die aktuelle Version des Frameworks plant, könnte die eine oder andere Hilfestellung benötigen.

Ext JS 4 First LookEine mögliche Quelle für Tipps und Anleitungen stellt das Ext JS 4 First Look von Packt Publishing dar, das ich in diesem Beitrag etwas beleuchten will. Die Autorin Loiane Groner gibt einen Überblick über die Neuerungen und zeigt an Beispielen auf, was mit der neuen Version der JavaScript-Bibliothek möglich ist. Ext JS zählt zu den komplexeren Frameworks, da umfangreiche Interface-Komponenten sowie die MVC-Architektur eingesetzt werden können.

In dem genannten Buch wirft Loiane Groner nicht nur einen ersten Blick auf die Neuerungen von Ext JS 4, sondern zeigt auch gleich auf, wie sich diese einsetzen lassen und bietet zudem ein umfangreiches Kapitel an, in dem die Migration von Ext JS 3 zu Ext JS 4 beschrieben wird. Das Buch gliedert sich in 7 Kapitel, die auf 305 Seiten verteilt sind. Beleuchtet werden hier das verbesserte Data Package, das überarbeitete Layout-System, die Interface-Komponenten (Charts, Grids, Trees, Themes, etc.) sowie die neu eingeführte MVC-Architetkur.

Das englischsprachige Werk richtet sich an Webentwickler, die bereits Ext JS eingesetzt haben und sich für die Neuerungen von Version 4 interessieren. Es werden also keine grundsätzlichen Funktionsweisen des Frameworks erklärt, wobei natürlich Beispiele für Ext JS 3-Komponenten aufgezeigt werden. Wie man es von Packt Publishing gewöhnt ist, kommt das Buch mit vielen Screenshots und separaten Tipps, welche die Code-Snippets unterstützen sollen. Jedes Kapitel wird mit einem kurzen Text sowie einer Auflistung der Themen eingeführt. Die Autorin bringt die Neuerungen gleich auf den Punkt und gibt dem Leser einen direkten Einblick in die Materie. Unterschiede zwischen Ext JS 3 und 4 sind in den Code-Snippets fett markiert, wodurch die Unterscheidung vereinfacht wird.

Ext JS 4 First Look

An Grafiken und Screenshots wurde in dem Buch nicht gespart, so dass immer sehr deutlich wird, was der vorherige Code eigentlich macht. Zusammen mit den Kurz-Tipps, die in separaten Bereichen zu finden sind, wird das Verstehen der zum Teil komplexen Code-Beispiele einfacher. Gerade bei den neuen Charts sind die Abbildungen sehr hilfreich, da der dazugehörige Code nur schwer in Bildern vorstellbar ist.

Die Codebeispiele an sich sind wie gehabt strukturiert, auf das Wesentliche reduziert und mit entsprechenden Einrückungen versehen. Bestimmte Zeilen sind fett hervorgehoben, um einen Sachverhalt besser verständlich zu machen. Da das Buch die wesentlichen Neuerungen von Ext JS 4 beleuchtet, überwiegen Codeblöcke und Abbildungen dem erklärenden Text, was aber durchaus wünschenswert ist, da eben keine Grundkenntnisse vermittelt werden müssen.

Im ersten Kapitel werden Themen wie die neue Config-Deklaration, das dynamische Class-Loading, statische Methoden oder Schritte für die Migration beleuchtet, wodurch der Leser eine grobe Übersicht der grundsätzlichen Neuerungen enthält. In den weiteren Kapiteln geht die Autorin schließlich auf die Details der verschiedenen Komponenten sowie der neu eingeführten MVC-Architektur ein. Nennenswert hierbei ist, dass gleich zu Beginn der Kapitel in einem kurzen Einführungstext die wichtigsten Neuerungen genannt werden. Natürlich genügt hier auch ein Blick auf die Sencha-Website, doch gerade weil die Neuerungen in 1-2 Sätzen genannt werden können, sind sie in einem einführenden Text auch gut aufgehoben.
Die Kapitel sind wie gesagt auf das Wesentliche reduziert und zeichnen sich hauptsächlich durch anschauliche Screenshots und dazugehörige Code-Beispiele aus. Sehr gelungen ist das letzte Kapitel über die neue MVC-Architektur, da hier ein Beispiel zuerst im klassischen Stil und anschließend mit dem MVC-Paradigma umgesetzt wird. Auch die Installation von Ruby, Sass und Compass in Kapitel 6 ist lobenswert, da diese Komponenten für das Anpassen der neuen Ext JS 4-Themes benötigt werden.

Insgesamt stellt das Werk von Loiane Groner eine gelungene Einführung in die Neuerungen von Ext JS 4 dar, zumal die Thematik sehr komplex ist und einer gewissen Einarbeitung bedarf. Erfahrene Ext JS-Entwickler erhalten also einen schnellen und kompakten Einblick in die Welt von Ext JS 4 und dürften sich dadurch etwas schneller in das neue Framework einarbeiten können.