201219Feb

Google: Chrome mit Dart und DOM Mutation Observers

Vor einiger Zeit wurde es etwas lauter um Googles JavaScript-Alternative "Dart". Letzte Woche wurde nun eine erste Vorschau-Version von Chrome veröffentlicht, die mit einer Dart-VM (Virtual Machine) ausgestattet ist und sowohl Dart- als auch JavaScript-Code interpretieren kann. Google will mit Dart einen modernen JavaScript-Nachfolger schaffen und in die WebKit-Engine integrieren. Dart ist an objektorientierte Sprachen angelehnt und bietet diverse Features bezüglich Modularisierung und Typsicherheit.

Dart Synonym - Translations from JavaScript

Im Chromium-Blog finden sich weitere Details zur Veröffentlichung der experimentellen Chrome-Version. Allerdings stellt das nur eine Seite der Medaille, denn fast alle restlichen Browserhersteller (Mozilla, Microsoft und Apple) lehnen Googles neue Programmiersprache ab. Es bleibt also abzuwarten, ob und wie stark sich Google mit seinem Vorhaben durchsetzen kann. Wer auf den Geschmack von Dart kommen möchte, sollte sich die Dart Synonym-Seite ansehen, die als Migrationshilfe dient.
Gleichzeitig will man bei Google auch die JavaScript-Welt verbessern: Mit der Mutation Summary-Bibliothek stellt Google eine interessante Möglichkeit bereit, um auf Veränderungen in der DOM-Struktur zu reagieren. Die Bibliothek basiert auf DOM Mutation Observers, die mit DOM4 eingeführt werden sollen und in der aktuellen Beta-Version von Chrome enthalten sind.

RSS-Feed abonnieren Bookmark bei Del.icio.us Bookmark bei Mister Wong

Kommentare

Lerion schrieb am 24.02.2012 #1

Kann es sein, dass sich Dart etwas an CoffeeScript und ein klein wenig an C# anlehnt? Die Konstrukte kommen mir sehr vertraut vor.
Den Unmut der Browserhersteller kann ich irgendwie nachvollziehen. Warum eine neue Programmiersprache, wenn JavaScript doch client- und sogar serverseitig wunderbar funktioniert.
Das was Google mit Dart vor hat ist eine Schönheits-OP für JavaScript. Dann könnte man aber auch gleich CoffeeScript nehmen und hat ein ähnlich gutes Ergebnis, ohne irgendwelche Grundabhängigkeiten an den Browser zu stellen.
Einziger Pluspunkt, den ich hier gerade ausmachen kann, wäre die Typsicherheit.

Interessant ist die Idee das Math-Objekt mit dem Number-Objekt zu verknüpfen – aber eben auch nicht lebensnotwendig.

Ich würde sagen, sprechen wir in 5 bis 10 Jahren noch einmal drüber. Möglicherweise wird JavaScript dann schon mit HTML6 die notwendigen Änderungen mitbringen (Klassen, Abstraktion, Interfaces, etc.). Würds aber im Gegensatz zu Dart abwärtskompatibel halten und keine unnötigen Umbenennungen des window- und document-Objekts wagen.

Matthias schrieb am 24.02.2012 #2

Das sind wahre Worte. Ich sehe das genau so und denke auch, dass sich JavaScript in den nächsten Jahren noch stark wandeln wird. Wenn man sich die Feature-Liste von ECMAScript 6 bzw. Harmony ansieht, dürften bald noch weniger Wünsche offen bleiben. Die Typsicherheit wird dann auch kein Thema mehr sein und seit Firefox 9 ist man ja der Performance von statischer Typisierung dank Type Inference auch schon ein Stück näher gekommen.

Ich würde also auch sagen, dass Dart zwar interessant ist, aber nicht unbedingt zur Standardisierung beiträgt. Ich bin gespannt, wie sich das in den nächsten Jahren entwickeln wird und wie die restlichen Browserhersteller darauf reagieren werden.