200918Okt

Konzept: Ebenenfenster in Grafiksoftware

Vor längerer Zeit hatte ich mir ein Konzept für ein Ebenenfenster überlegt, das in einer modernen Grafiksoftware Verwendung finden könnte. Der Prototyp entstand mit dem Gedanken, eine Benutzeroberfläche zu schaffen, die auf die Arbeit mit sehr vielen Ebenen ausgelegt ist. Vieles ist in heutigen Grafikprogrammen schon sehr durchdacht und intuitiv angelegt, aber Verbesserungen gibt es immer wieder. Die Studie spiegelt daher eine Idee wieder, die ich realisieren würde, wenn ich professioneller Software-Entwickler wäre — natürlich ist das Ganze fiktiver Natur und soll daher lediglich als experimentelles Designkonzept angesehen werden.
Es hat viel Spaß gemacht, den Prototypen zu gestalten. Das folgende Bild zeigt den letzten Stand des Ebenenfensters (Layer Window).

Layer Window 1.0

Das Grundgerüst entspricht einem Dialog, wie er in etlichen Anwendungen zu finden ist. Einige Funktionalitäten wurden aus Programmen entnommen, die nicht auf Bildbearbeitung ausgelegt sind: Dazu zählt beispielsweise die "Tarnung"-Funktion (Shy Layers) aus Adobe After Effects: Damit lassen sich Ebenen "tarnen", also ausblenden. Der Benutzer kann dadurch den Fokus auf die aktuell wichtigsten Ebenen legen und die getarnten Ebenen später wieder enttarnen. Mit einem Klick auf den Stern einer selektierten Ebene würde in meinem Ebenenfenster eine Ebene also ausgeblendet werden.

Trotz vieler Ebenen muss der Benutzer den Überblick behalten — daher habe ich mir die "Übersicht"-Funktion überlegt, die den kompletten Ebenenbaum verkleinert darstellt. Dadurch lässt sich schneller durch den Ebenendschungel navigieren. Ebenso könnte eine Echtzeit-Suche das Aufspüren von gewünschten Ebenen wesentlich erleichtern.
Die weiteren Kernfunktionen meines Dialogkonzepts wären zusammengefasst also Folgende:

  • Ebenen können nach Typ (Versteckt, Text, Vektor, Pixel) sortiert werden
  • Ebenen und Gruppen lassen sich vom Ebenenfenster "ablösen" (Detaching) und als eigenständige Fenster in der Anwendung platziert werden
  • durch Pfeil-Symbole können einzelne Ebenen schnell nach oben oder unten verschoben werden
  • unter der Ebenenbezeichnung wird die Transparenz (Opazität) einer Ebene angezeigt
  • beim Klick auf das dritte Symbol in der Fußzeile werden die ausgewählten Ebenen im Arbeitsbereich sichtbar gemacht (markiert)

Meine Idealvorstellung eines erweiterten Ebenenfensters bezieht sich vor allem auf den Bereich des Webdesigns — hier werden in der Regel viele einzelne Ebenen benötigt, die schnell unüberschaubar werden können.
Man darf gespannt sein, wie sich die Welt der Grafiksoftware in den kommenden Jahren verändern wird. Eines steht dabei fest: Für die Anwender wird es mit Sicherheit einfacher werden, komplexe Programme zu bedienen.