200828Dez

Photoshop: Mit 100% gegen Subpixel

Beim Gestalten von Websites ist das "Form-Werkzeug" (z.B. Rechteck-Werzeug) unverzichtbar, wenn es darum geht, skalierbare Vektorformen zu erstellen. Mit den Vektorwerkzeugen lassen sich außergewöhnliche Formen realisieren und komplexe Masken für Ebenen erstellen. Das Rechteck-Werkzeug eignet sich bestens zum Erstellen von Menüflächen, Inhaltsbereichen oder Umrandungen. Zudem ist eine Vektorebene jederzeit erweiterbar, da die Pfadebene mitgespeichert wird. Wer häufig mit Vektorformen in Photoshop arbeitet, wird jedoch das Problem kennen: Beim Verschieben von Ankerpunkten (oder ganzen Vektorformen) mit den Pfeiltasten ergeben sich sogenannte "Subpixel", also "halbtransparente" Pixel, die nicht immer gewünscht sind. Oft möchte man eine harte Kante bei einer Fläche erzielen oder eine Form einfach nur um einen Pixel erweitern/verschmälern.

Photoshop Subpixel

Um präzise und pixelgenau gestalten zu können, arbeitet man oft in einer vergrößerten Ansicht (Zoomstufe). Hier tritt das Problem der Subpixel auf: Wenn man die Ankerpunkte einer bestehenden Form mit den Pfeiltasten auf der Tastatur verschiebt, werden die Ankerpunkte nicht um einen Pixel, sondern um eine Vektoreinheit (millimeterweise) verschoben. Die Vektoreinheit ist dabei von der eingestellten Zoomstufe abhängig. Bei einer Vergrößerung auf 1200% werden 12 Vektoreinheiten benötigt, bis man einen Ankerpunkt exakt um einen Pixel verschoben hat. Bei 400% muss man entsprechend 4 Mal die Pfeiltaste betätigen, damit eine komplette "Ein-Pixel-Verschiebung" stattfindet.
Natürlich kann man sich diesen Umrechnungsfaktor im Kopf behalten und bei jedem Verschiebungsvorgang von Ankerpunkten vorher auf die eingestellte Zoomstufe schauen. Aber häufig erhält man durch das Zoomen mit der Maus ungerade Zoomstufen (z.B. 856,76%), so dass ein Umrechnen nicht möglich ist. Bei ungeraden Zoomstufen kann es übrigens passieren, dass Ankerpunkte nicht "exakt" mit einem harten Pixel abschließen: Es bleibt ein halbtransparenter Pixel, der unter- bzw. übersteht.

Ein anderer Lösungsweg für das pixelgenaue Justieren von Ankerpunkten ist das kurzzeitige Umschalten auf 100% Vergrößerung — hier werden die Ankerpunkte beim Betätigen der Pfeiltasten exakt um einen Pixel verschoben. Wenn man also nun bei einer Zoomstufe von 800% feststellt, dass eine Vektorform zwei Pixel breiter sein müsste, so verkleinert man die Ansicht kurzzeitig auf 100%, betätigt zwei Mal die entsprechende Pfeiltaste (die Ankerpunkte müssen ausgewählt sein) und vergrößert anschließend wieder auf 800%.

Das Ganze gilt auch für das Erstellen von Vektorformen: lediglich bei einer Vergrößerung auf 100% werden harte Kanten generiert. Sobald man die Ansicht vergrößert hat, entstehen an allen Kanten der Vektorform halbtransparente Pixel.

Noch zwei Tipps zum Verschieben von Ankerpunkten: Unabhängig von der Zoomstufe lassen sich ausgewählte Ankerpunkte mit SHIFT + Pfeiltaste immer um 10 Pixel verschieben. Und: Beim Verschieben von Ankerpunkten mit der Maus werden Ankerpunkte immer unabhängig von der Zoomstufe um einen kompletten Pixel (ohne Subpixel) verschoben.
Vielleicht helfen Euch die Tipps ja ein wenig, Euren Photoshop-Alltag besser zu meistern.