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Content-Management-Systeme: Backends im Blick
Die Auswahl an Redaktionssystemen ist mittlerweile immens und es steht bei vielen Projekten schon an der Tagesordnung, die Website über ein CMS pflegbar zu machen. Die Thematik des Content-Managements ist sehr komplex und es gibt daher etliche Faktoren, welche die Wahl eines geeigneten Systems beeinträchtigen. Nicht zuletzt hängt es vom Projekt und der Agentur (oder dem Freelancer) ab, mit welchem CMS gearbeitet wird. Neben der Flexibilität eines Systems ist die Einarbeitungszeit zu beachten, die mit einer neuen Anwendung verbunden ist. Oft werden auch individuelle CM-Systeme entwickelt, um dem Anspruch eines Projekts gerecht zu werden.
Ein CMS sollte so gewählt werden, dass es auch für größere Projekte verwendet kann. Skalierbarkeit, Anpassbarkeit und Sicherheit sind wichtige Aspekte, die bei der Wahl im Vordergrund stehen sollten. Neuigkeiten aus der Welt der Inhaltsverwaltung gibt es bei Contentmanager.de. Technische Details, Demos und weitere Infos sollte man sich bei Seiten wie opensourceCMS oder cmsmatrix.org holen.
Ein weiterer Punkt ist die Benutzerfreundlichkeit und Funktionalität eines Content-Management-Systems, denn schließlich muss das System von Entwicklern und Redakteuren bedient werden können. Daher habe ich eine kleine Galerie mit Backends bzw. Administrationsbereichen von verschiedenen Redaktionssystemen zusammengestellt. Die Übersicht zeigt 25 Backends und deren Grundfunktionalität: Dem Bearbeiten eines Inhaltselements.

In der Liste finden sich neben 20 ausgewählten CM-Systemen (Open-Source oder Public Domain) auch 5 Blog-Systeme, da eine Website durchaus mit einem derartigen System verwaltet werden kann.
Die Systeme werden in der Regel ständig weiterentwickelt, weshalb die Screenshots lediglich die aktuelle (oder aktuell verfügbare) Version zeigen.
Hier nun die Galerie mit entsprechenden Links zu den Systemen.
GetSimple: Content-Management auf XML-Basis
Für kleine und mittlere Websites, die durch einen Administrationsbereich (Backend) pflegbar sein sollen, gestaltet sich die Wahl des passenden Content-Management-Systems meistens schwierig — die Anforderungen variieren in der Regel, so dass es das ideale System für kleinere Projekte nur eingeschränkt gibt. So ist es paradox, dass die Auswahl eines komplexeren Redaktionssystems für größere Projekte fast schon leichter fällt, da das System nach oben hin skalierbar sein muss. Auf diesem Sektor gibt es sehr viele gute Applikationen, die sich bis ins Endlose anpassen und erweitern lassen. Systeme wie TYPO3 kommen mit eigenen Template- und Skriptsprachen, die professionelle Anpassungsmöglichkeiten gewährleisten. Für unkomplexe Internetpräsenzen, die oft in Verbindung mit kleinen Hosting-Paketen stehen, ist ein solches System überdimensioniert. Hinzu kommt der Aspekt der Datenbank, die häufig Grundvoraussetzung eines Content-Management-Systems ist.
Es gibt einige Light-Systeme, die nur wenige Funktionen bieten und daher für kleine Projekte geeignet sind. Dennoch ist es wichtig, dass ein System in gewisser Hinsicht erweiterbar ist und keine Einschränkungen beim Erstellen eines Templates hat. Ein abgespecktes und dennoch attraktives Redaktionssystem auf XML-Basis stellt GetSimple dar: Mit der Applikation lassen sich Texte und Bilder pflegen, Bausteine anlegen und Themes verwalten.

GetSimple benötigt wiegesagt keine Datenbank und speichert die Seiteninhalte in XML-Dateien. Das PHP-CMS hat entpackt (257 Dateien) rund 1,4 MB und ist somit schnell auf den Webserver hochgeladen. Die moderne Benutzeroberfläche überzeugt nicht nur bei der Installation — klare und minimalistische Bedienelemente, die auf das Nötigste reduziert wurden, sorgen für den Überblick.
Weiterlesen...TYPO3 5.0: Die neue Benutzeroberfläche
Wer mit TYPO3 arbeitet, wird sicherlich die Entwicklung von TYPO3 5.0 mitbekommen haben. Version 5 des komplexen Content-Management-Systems wird auf dem PHP-Framework FLOW3 basieren und daher eine komplette Neuentwicklung sein. Durch FLOW3 soll auch das Entwickeln von Extensions vereinfacht werden, da viele Prozesse im MVC-Framework automatisiert wurden und somit weniger Code benötigt wird.
Auf der T3CON09 in Frankfurt wurden nun erste Wireframes des neuen User Interfaces präsentiert, die von Jens Hoffmann, Björn Brockmann und Rasmus Skjoldan entwickelt wurden. Das neue TYPO3 wird kein Backend (lediglich ein Dashboard) besitzen, sondern durch das Frontend bedient werden. Beispiele für derartige Redaktionssysteme sind Concrete5 oder Zimplit.
Für Redakteure stehen einfache Bedienelemente zur Verfügung, während es für Administratorten erweiterte Möglichkeiten zur Bearbeitung geben wird. Das neue Interface wird sich stark an Web 2.0-Anwendungen orientieren und auf eine intuitive Benutzerführung setzen. TYPO3 4 zeichnet sich durch eine umfangreiche und zum Teil komplizierte Benutzeroberfläche (für Redakteure) aus. Das soll mit Version 5 geändert werden, so dass sich Redakteure auch ohne Schulungen zurecht finden und Inhalte pflegen können.
Ich persönlich bin momentan noch zweigeteilter Meinung — auch wenn das Backend von Version 4 etwas überladen ist, schätze ich den strukturierten Seitenbaum und die umfangreichen Einstellungsmöglichkeiten sehr. Es ist jedoch auch möglich, dass TYPO3 5.0 mit einer Art Seitenbaum kommen wird (in den Entwürfen sind Ansätze eines Baums zu sehen). Was mich am meisten interessiert, ist die Template-Engine. Der Projektleiter von Version 5, Robert Lemke, hat mit TemplaVoila! eine geniale Methode für Template-Mapping geschaffen, die ich nicht mehr missen möchte. Ich bin sicher, dass TYPO3 5.0 in dieser Hinsicht sogar Verbesserungen aufweisen wird.
Als klaren Vorteil der neuen Benutzeroberfläche sehe ich die einfache Bedienbarkeit — dieser Punkt wird das Image von TYPO3 mit Sicherheit aufbessern, da es zwar als das mächtigste Open Source-CMS gilt, jedoch viele Redakteure und Webmaster durch das Backend abgeschreckt werden.
SkyBlueCanvas: CMS für Seiten ohne Datenbank
Bei Website-Projekten steht nicht immer eine Datenbank zur Verfügung — entweder ist dies vom Kunden nicht gewünscht (erhöhter Preis beim Webhosting) oder die Website wird auf einem privaten Server gehostet. Gerade bei kleineren Internetauftritten könnte dieser Fall häufiger auftreten. Um dennoch dem Wunsch eines Content-Management-Systems (CMS) gerecht zu werden, muss der Webentwickler zu Systemen greifen, die ohne eine Datenbank wie MySQL auskommen. Solche Systeme nutzen in der Regel eine Textdatei (Flat file CMS), um Datensätze zu speichern.
Das Redaktionssystem SkyBlueCanvas nutzt eine XML-Datei für die relevanten Einträge. Das CMS für kleinere Websites (bis etwa 100 Seiten) wurde auf die Funktionen reduziert, die zum Bearbeiten von Inhalten und Seiten benötigt werden: Eine einfache Installation (3,5 MB), anpassbare HTML/CSS-Templates, eine hierarchische Inhaltsstruktur (Sektionen, Kategorien), unterschiedliche Meta-Tags, verschiedene WYSIWYG-Editoren (TinyMCE, FCKeditor, WYMeditor), eine automatische RSS-Feed-Erstellung sowie suchmaschinenfreundliche URLs gehören zum Funktionsumfang von SkyBlueCanvas. Zudem gibt es eine Plugin-API, die das Entwickeln und Einbinden von eigenen Erweiterungen erlaubt. Die Seiten können daher durch Collections (Gadgets, Module, Plugins, etc.) erweitert werden, die in PHP oder JavaScript programmiert werden können.

Concrete5: Modernes CMS mit einfacher Bedienung
Wer ein innovatives Content-Management-System sucht, das einfach zu bedienen ist, sollte einen Blick auf Concrete5 werfen. Das auf PHP basierende Open-Source-System gilt als Alternative zu WordPress oder Drupal und bietet einen Funktionsumfang, der sich sehen lassen kann. Viele Redaktionssysteme sind darauf ausgelegt, von Programmierern (oder erfahrenen Benutzern) genutzt zu werden. Die Oberfläche des Administrationsbereiches (Backend) ist entsprechend gestaltet.
Einen anderen Weg gehen die Entwickler von Concrete5 — hier steht die Benutzerfreundlichkeit und somit eine intuitive Bedienung im Vordergrund. Daher gibt es zwar ein Backend (Dashboard), die eigentliche Bearbeitung der Inhalte findet jedoch direkt auf der Seite (Frontend) durch interaktive Elemente statt. Concrete5 bettet sich als Werkzeugleiste am oberen Rand der Website ein und bietet verschiedene Bearbeitungsmöglichkeiten. Inhaltsblöcke können mit einem gut ausgestatteten WYSIWYG-Editor bearbeitet und erweitert werden. So kann auch einfach per Knopfdruck ein anderes Layout (oder Theme) auf die aktuelle Seite angewandt werden.
