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Harmony: Prozedurales Zeichnen mit JavaScript
Erst kürzlich berichtete ich über die experimentelle Zeichen-Anwendung Flame, mit der sich abstrakte Flammen im Browser erstellen lassen. Ein etwas anderes Kreativ-Werkzeug stellt Harmony von Richardo Cabello dar. Die JavaScript-Anwendung, welche die canvas-Fähigkeiten nutzt, ermöglicht prozedurales Zeichnen (generative Gestaltung) — dadurch entstehen Bilder, die durch wiederholende Algorithmen erzeugt werden.

Das Programm bietet verschiedene Pinsel (Brushes) zur Auswahl, mit denen sich Graustufen-Bilder gestalten lassen. Dazu zählen etwa Kreise, Vernetzungen, Linien oder Rechtecke. Die Anwendung regt zum Experimentieren an und erlaubt es, erstellte Kunstwerke als PNG-Grafik zu speichern.
Sehr interessant ist vor allem die Website des Entwicklers, auf der auch seine anderen HTML5- und ActionScript-Experimente zu sehen sind. Darunter finden sich beeindruckende Physik-Simulationen und unter Anderem die "Ball Pool-Animation", die zu den frühen Chrome-Experimenten zählt.
Flame: Zeichenprogramm für digitale Leuchteffekte
Die Ära der kreativen Zeichenprogramme erfreut sich ständiger Bereicherung. Mit Flash, Java oder JavaScript werden Anwendungen geschaffen, die durch innovative Konzepte beeindrucken. LiveBrush, SketchPad oder Fractal 4D zählen zu den Vorreitern dieses Metiers.
Peter Blaškovič hat als Experiment eine Online-Anwendung für das Erstellen von digitalen Flammen entwickelt: Bei Flame können Benutzer kreativ werden und durch einfache Bewegungen aufwendige Effekte erzeugen. Mit einem animierten Zeichenstift lassen sich dadurch fraktale Gebilde erschaffen, die durch weiche Übergänge und Transparenzeffekte aufgewertet werden.

Der digitale Pinsel kann durch verschiedene Einstellungen (Farbe, Opazität, Verlauf, Überblendung, Weichzeichner, Form, usw.) angepasst und verfeinert werden. Die Java-Anwendung, die auf Processing basiert, bietet zudem eine "Undo"-Funktion an. Per Knopfdruck lassen sich die Werke als JPG-Grafik in einer Auflösung von 1680 × 1050 speichern.
Wer ausprobieren möchte, wie es sich mit Flüssigkeit malen lässt, sollte den Fluid Painter des Entwicklers ausprobieren.
TypeWar: Kenntnisse über Schriftarten auffrischen
Der Fotograf hinter "Ironic Sans" hatte vor einiger Zeit ein Typografie-Quiz veröffentlicht, in dem Designer ihr Wissen über Arial und Helvetica testen können. Wer weitere Zeichensätze testen oder sein Wissen über Schriften auffrischen möchte, kann sein Glück bei TypeWar versuchen. Bei dem Test werden einzelne Zeichen einer Schriftart gezeigt, die der entsprechenden Schrift zugeordnet werden müssen. In der ersten Stufe finden sich hauptsächlich Buchstaben von "Times New Roman", "Optima" oder "Helvetica Neue".

Mit dem Erreichen eines weiteren Levels steigt auch der Schwierigkeitsgrad, so dass Betrachter die signifikanten Unterschiede der Schriftarten sehr genau kennen sollten.
Die Website erlaubt es zudem, ein Benutzerkonto anzulegen — dadurch kann der Spielstand gespeichert werden. Zusätzlich ist das Quiz für 1,60 EUR als iPhone-Anwendung zu haben. Damit können Designer ihre Fähigkeiten mit anderen Spielern in der TypeWar-Community testen.
Firefox 4 Design Challenge: People's Choice Award
Das kürzlich gestartete Voting für den Home-Tab des kommenden Firefox 4 hat entschieden: Yatrik Solanki und sein Konzept überzeugt mit seinem Entwurf für die neue Firefox-Startseite. Der Designer beschreibt seine Idee so: "Identities, a website launcher, browsing sessions, and a task-oriented ultrasmart search box define my concept. And it’s cool!". In einem Video demonstriert er eindrucksvoll die Funktionalitäten seines Entwurfs.

So stehen die persönlichen Benutzereinstellungen im Vordergrund — mit Hilfe eines Suchfeldes können diverse Suchmaschinen durchstöbert werden. Die Lesezeichen werden großzügig präsentiert, so dass der Benutzer alle Seiten als Vorschaubilder im Blick hat. Der grafische Verlauf ("Visual History") stellt die besuchten Seiten in einem Ablaufdiagramm dar, was das Nachvollziehen von Sessions noch einfacher macht.
Schließlich sind auch die anderen Einsendungen der Design Challenge interessant und sehr innovativ. Man darf gespannt sein, mit welchen Features Version 4 des Mozilla-Browsers ausgestattet sein wird.
Letterheady: Sammlung antiker Briefkopf-Designs
Für Inspirationen eignen sich die unterschiedlichsten Quellen. Wenn es um Grafikdesign oder Illustration geht, können vor allem ältere Kreationen gute Ansätze liefern. Neben Plakaten, Briefmarken oder Logos stellen auch Briefköpfe einen Bereich dar, in dem durch traditionelles Grafikdesign viele Stilrichtungen geprägt wurden. Solche alten Werbegrafiken werden meistens zur Inspiration in umfangreichen Büchern gesammelt. Aber auch im Web finden sich schöne Beispiele: Bei Letterheady werden antike Briefköpfe (Letterheads) gesammelt, die sich zum Teil durch aufwendige oder einprägsame Designs auszeichnen.

Die Briefköpfe stammen von unterschiedlichen Firmen oder Personen. Dazu zählen unter Anderem Geschäftspapiere von Coca Cola, Disney, Johnny Cash, 20th Century Fox, Pixar oder Albert Einstein. Zum Teil können die Dokumente bei eBay ersteigert werden — dort finden sich Dokumente, die von entsprechenden Geschäftspartnern oder damaligen Interessenten nicht mehr benötigt werden.
Die Briefkopf-Designs stammen hauptsächlich aus dem 20. Jahrhundert.
Photoshop: 20 Jahre und Erinnerungen an den Anfang
Heute wird Adobe Photoshop 20 Jahre alt. Das Bildbearbeitungsprogramm entstand 1987 durch Thomas Knoll und seinen Bruder John Knoll unter dem Namen "Display" und wurde anfangs für visuelle Effekte (VFX, CGI) in Filmen eingesetzt. Ein Jahr später wurde die Software über die Firma Barneyscan XP und deren Scanner vertrieben. Bei Adobe wurde das Programm schließlich durch Adobes Art Director Russel Brown entdeckt. 1988 wurde ein Vertrag zwischen den Knoll-Brüdern und Adobe abgeschlossen, bis schließlich 1990 die erste Version von Photoshop veröffentlicht wurde. Ebenen wurden mit Version 3 der Anwendung eingeführt.
Bei Adobe TV wurde nun ein schönes Video veröffentlicht, in dem die 4 Entwickler hinter Photoshop 1.0 (Thomas Knoll, John Knoll, Russell Brown und Steve Guttman) in Erinnerungen an die Anfänge der Software schwelgen.

In den 18 Minuten unterhält man sich über damalige Projekte, Vorbilder und Gegebenheiten. Während Steve Guttman inzwischen bei Microsoft arbeitet und John Knoll immer noch bei Industrial Light & Magic für aufwendige Filmeffekte sorgt, sind Thomas Knoll und Russell Brown noch bei Adobe tätig.
Wer sich noch einmal alle bisherigen Versionen von Photoshop und ein weiteres Interview mit Thomas Knoll ansehen will, findet bei WebDesignerDepot eine schönen Beitrag dazu.
TuneGlue: Ähnliche Künslter grafisch darstellen
Zum Freitag gibt es diesmal etwas Musikalisches: Amazon und Last.fm haben eine interaktive Flash-Anwendung ins Leben gerufen, mit der es möglich ist, Verknüpfungen zwischen Musikern und Bands auf einer Karte (Music Map) darzustellen. Das Projekt nennt sich TuneGlue und funktioniert sehr gut. Die Daten werden durch die "Ähnliche Künstler"-Funktion von Last.fm grafisch dargestellt. Nach der Eingabe des gewünschten Künstlers kann per Optionsmenü der erste Knotenpunkt erweitert werden. Daraufhin werden verwandte oder musikalisch ähnliche Künstler als weitere Knotenpunkte dargestellt. Mit dieser Methode können sehr tiefe Verzweigungen dargestellt werden.

Weiterhin ist es möglich, die veröffentlichten Alben der Künstler anzuzeigen. Dabei werden Informationen aus der Amazon-Datenbank abgerufen. Zudem können die physikalischen Animationen in ihrer Spannung (Friction) und Elastizität (Elasticity) angepasst werden.
Das Projekt wurde von den Flash-Altmeistern bei Onyro umgesetzt.
User Experience Quotes: Benutzer und das Design
Gutes Web- oder Screendesign zeichnet sich vor allem durch ein hohes Maß an Benutzerfreundlichkeit aus. Einfache Bedienbarkeit kommt nicht von ungefähr und neben der eigentlichen Gestaltung spielt der Aspekt der Benutzerführung eine wichtige Rolle bei der Mediengestaltung. User Interface Design baut auf bestehenden Verhaltensarten und Denkweisen auf, weshalb die Regeln für gute Bedienkonzepte bereits bestehen. Dennoch kann es gerade bei komplexeren Anwendungen und Projekten schwierig werden, eine durchgängige und intuitive Benutzeroberfläche zu schaffen.
Eine kleine Hilfestellung für die Überlegungen können Leitsätze oder Gedanken sein, die sich bewährt haben oder das Problem aus einer anderen Perspektive betrachten. Der Tumblr-Blog "User Experience Quotes" von Szymon Błaszczyk trägt populäre Zitate von diversen Designern, Schriftstellern oder Buchautoren zusammen, die zudem ansprechend präsentiert werden.

Die Leitsätze stammen unter Anderem von Jakob Nielsen, Thomas Mann, Steve Jobs oder Don Norman. In vielen Aussagen wird man sehr gute Tipps und Anregungen für den Umgang mit Design oder Benutzeroberflächen wiederfinden.
Im Netz finden sich noch weitere Anlaufstellen für derartige Zitate: UX Quotes oder inspireUX bieten ebenfalls sehr schöne Gedanken zum Thema Benutzerfreundlichkeit. Das deutsche Pendant, das mittlerweile allseits bekannt sein dürfte, stellt DesignPhrasen.de dar.
Andrew Hoyer: Physik-Simulationen mit JavaScript
Erst kürzlich berichtete ich über Gerard Ferrandez und seine Website "dhteumeuleu", auf der die beeindruckenden JavaScript-Experimente des Programmierers bestaunt und heruntergeladen werden können. Ein weiterer Entwickler, der JavaScript-Animationen durch aufwendige Mathematik in Szene setzt, ist Andrew Hoyer — bei seinen Werken handelt es sich um anschauliche Physik-Simulationen wie Stoffsimulation (Cloth Simulation), Partikelsysteme oder inverse Kinematik.

Das Experiment "Cloth Simulation" gibt es auch als Applet, das auf Processing basiert. Da derartige Animationen mit entsprechenden Berechnungen verbunden sind, stellt Andrew Hoyer viele Quellenangaben zu diesen Themen bereit. Auch sein "Numbers to Words"-Experiment ist sehr interessant: Damit können extrem große Zahlen in Worten darstellt werden.
Bei solchen Effekten ist immer wieder der flüssige Bewegungsablauf im Browser zu betonen, da komplexere Animationen häufig nur in Flash möglich sind.
Spezify: Visuelle Suchmaschine ohne Textlinks
Alternative und experimentelle Suchmaschinen tauchen immer häufiger im Web auf. Neben Kngine oder Fefoo steht mit Spezify eine weitere Suchmaschine zur Verfügung, welche die Ergebnisse nicht als blanke Textlinks präsentiert. Bei Spezify setzt man auf visuelle Darstellung und Interaktivität — dabei werden Resultate aus verschiedenen Medientypen wie Bildern, Blogs, Videos oder Microblogs (Twitter) dargestellt.

Die Flash-Anwendung zeigt interessante Ergebnisse an, zu denen etwa auch Links zu Büchern oder Wikipedia-Artikeln gehören. Sicherlich ist Anhäufung vieler Vorschaubilder nicht für jeden Benutzer die beste Ansicht. Dennoch macht es Spaß, mit Spezify Bilder und Videos zu einem bestimmten Thema zu durchstöbern und womöglich wird eine ähnliche visuelle Darstellung von Suchergebnissen auch bald in Google oder Bing Einzug erhalten.
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