201025Mär

Webdesign: Der obere Bereich des Fensters zählt

Gutes Webdesign findet in den ersten 800 Pixeln von oben statt — diesen Fakt widerlegt Jakob Nielsen, der "King of usability", in einer aktuellen Studie. In dem Beitrag beschäftigt sich der User Experience-Experte mit dem Scroll-Verhalten von Internetnutzern. So zeigt Nielsen auf, dass es durchaus Seiten gibt, auf denen Benutzer nach unten scrollen möchten. Dies kann durch eine entsprechende Gestaltung des Layouts erreicht werden. In den meisten Fällen erwarten Surfer durch das Scrollen jedoch keinen Mehrwert im unteren Bereich einer Website. Die Studie basiert auf 57.453 Fixierpunkten, die per Eye-Tracking festgehalten wurden.

Jakob Nielsen's Alertbox - Scrolling and Attention

80% der Nutzer behalten den Blick im oberen Bereich einer Website (oberhalb der "Falz"). Interessant ist zudem, dass 5% noch einmal bei 2000 Pixeln in der Höhe aufmerksam werden. An einem Beispiel von Amazon.com wird dies verdeutlicht. In einer anderen Fallstudie wird ersichtlich, dass bei einem Online-Shop die ersten 4 Reihen die stärkste Aufmerksamkeit erhalten.
Diese Gesichtspunkte sollte man also bei der Gestaltung von Websites im Hinterkopf behalten. Natürlich gibt es auch Ausnahmen: Bei längeren Artikeln ist laut dem Usability-Guru die Verwendung von Scrollbars dem Einsatz von Paginierung (Paging) vorzuziehen.